Es heißt immer, das Internet vergisst nicht. Stimmt. Aber Webseiten verstauben mit der Zeit.

Als ich 2011, mit damaligen Studienkollegen gemeinsam, die Dorftrommel startete, war ich Junior Projektmanager und Student. Mein Kopf war voller Theorien über Medien, Kommunikation und Information. Der Name war sozusagen Programm: Die Trommel als das ursprünglichste Instrument, um Nachrichten in einer Gemeinschaft zu verbreiten.

Doch dann passierte das Berufsleben – genauer gesagt, die Karriere.

In den letzten 15 Jahren habe ich den akademischen Elfenbeinturm und die Unerfahrenheit gegen den Alltag der IT-Dienstleistung getauscht. Der Weg war lang und manches Mal mit Umwegen und Steinen gepflastert, aber er führte mich dort hin, wo ich heute bin. Vom Junior zum Managing Consultant, vom Projektmitglied zum Projektleiter und KI-Manager. Ich habe hunderte Meetings moderiert, Go-Lives gefeiert und Krisensitzungen überlebt.

Eigentlich hatte ich schon mehrere Male darüber nachgedacht diesen Blog zu archivieren. Er passte einfach nicht mehr zu meinem beruflichen Weg, meiner täglichen Realität und auch meinem LinkedIn Profil. Obwohl letzteres eher Zweitrangig wäre.
Dachte ich zumindest.

Um es in Wolfgang Ambros Worten zu sagen: „Doch dann der Moment der Vernunft!“

Die Erkenntnis

Je tiefer ich in die Welt der Technologie eingetaucht bin, von Grafik und Webdesign, bis zu klassischen Software Rollouts bis zu den heutigen KI-Transformationen, desto klarer wurde mir ein Muster.

Wir haben heute Werkzeuge, von denen wir 2011 noch mit Ehrfurcht sprachen, sie noch Si-Fi zugeordnet haben. Wir haben Algorithmen, die in Sekunden Texte schreiben und Systeme, die globale Prozesse automatisieren. Jeder hat heutzutage einen „Taschen J.A.R.V.I.S“ alá Iron Man einstecken. Wir können mit NASA Raumsonden im All schreiben, selbstfahrende Autos (wenn auch noch nicht in der Masse), digitale KI-gestützte Avatare und können auf Konzerte von längst verstorbenen Helden gehen. Technologisch sind wir Lichtjahre vorangekommen.

Aber in Projekten, unabhängig ob IT oder nicht, scheitern wir immer noch an denselben Problemen wie vor 15 Jahren:

  • an der Angst vor Veränderung
  • an fehlender psychologischer Sicherheit im Team
  • an Führung, die Wissen hortet, statt es zu teilen
  • an unklaren Signalen im Rauschen der Kommunikation

High Tech braucht High Touch

Und genau deshalb habe ich mich gegen das Löschen und für ein Rebranding entschieden. Der Name Dorftrommel ist heute relevanter als damals noch. In einer hyper-digitalisierten Welt, in der KI den Takt vorgibt, brauchen wir wieder den menschlichen Rhythmus.

Dieser Blog wird sich wandeln. Er wird, wie auch ich es geworden bin, erwachsen werden. Ich werde versuchen die Brücke zu schlagen zwischen den harten Fakten der IT und den weichen Faktoren der Psychologie. Denn meiner Erfahrung nach zeigt sich: Die „Soft Skills“ sind in Wahrheit die „Hard Skills“ der digitalen Transformation.

Die Erwartung zukünftig

Ich werde zukünftig die Dorftrommel nutzen, um meine Perspektive und Erfahrungen aus der Sicht der Wirtschaftspsychologie und IT zu teilen und dabei mit den Beiträgen drei Schwerpunkten widmen:

  • Psychologie & Kultur: Ein Einblick dazu, warum Projekte an Emotionen scheitern und nicht an Excel Listen. Warum kann Psychologische Sicherheit der wichtigste KPI für Innovation sein? Wie verändert sich unsere Ethik unter Einfluss von KI und warum sind Themen wie Unternehmenskultur plötzlich so präsent?
  • KI & Technologie: Natürlich werde ich auch über KI schreiben. Aber nicht über den neuesten Prompt-Hack oder Features der neuesten Modelle. Das können andere besser. Sondern darüber, was die Zusammenarbeit mit Maschinen mit unserer menschlichen Identität und unseren Teams macht. Welche Regulatorien besondere Aufmerksamkeit innerhalb eines Unternehmens benötigt oder auch worauf es gilt ethisch zu achten, ganz ohne gesetzlicher Grundlage.
  • Projekt-Praxis: Tacheles aus dem Projektalltag. Wie steht es um Agilität heute? Wie gehen wir mit „agilen“ Festpreisen um? Wie führen wir, wenn wir keine disziplinarische Macht haben?

Einladung zum Dialog

Die Dorftrommel war früher ein Instrument des Monologs. Einer trommelt, alle hören zu. Heute verstehe ich sie mehr als einen Impulsgeber. Ich lade alle herzlich ein, mitzudiskutieren über die Beiträge hier oder direkt über LinkedIn.

Die Technik hat sich zwar geändert und auch ist der Taktgeber mittlerweile ein anderer, aber der Mensch steht immer noch im Mittelpunkt.

Herzlich Willkommen auf der neuen Dorftrommel!

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