Gesellschaftlich,  Medien

Und plötzlich ist alles ‚Wurst‘ …

Allen voran möchte ich zu Beginn dieses Artikel betonen, dass es sich hierbei um eine persönliche Meinung meinerseits handelt!!

Gestern ging der Eurovision Song Contest in sein großes Finale und erzielte eine österreichische Sensation, wie es sie seit 1966 und Udo Jürgens nicht mehr gegeben hat. Tom Neuwirth alias „Conchita Wurst“ gelang gestern ein sensationeller Sieg, mit einer deutlichen Punkteführung von 290, im Gegenzug zur Zweitplatzierung Niederlande mit 238 Punkten.

Um es mit den Worten von Rainhard Fendrich zu sagen „Ich wollte nie einer von denen sein…“ die sich in den Hype des Eurovision Song Contest (ESC) einreihen und doch habe ich gestern den ORF1 aufgedreht – wenn auch erst nach Aufforderung – um zumindest die Punkteverteilung des Spektakels zu sehen. Meine Abneigung oder Desinteresse des ESC beruht jedoch nicht auf der Tatsache, dass ein Travestiekünstler unser Land vertreten hat, sondern eigentlich eher einer allgemeinen Abneigung gegenüber derartigen Veranstaltungen, welchen oft genug auch Schiebung und politische Machtkämpfe nachgesagt werden. Gerade in der aktuellen europäischen Situation, kann ein verteilen von 12 Punkten, durchaus auch politische Folgen mit sich bringen.

Doch ungeachtet dessen, nun also hat ein Travestiekünstler, ein Tom namens Conchita Wurst – mit Vollbart, den ESC gewonnen und dadurch ein Zeichen für Österreich gesetzt. Aber welches? Ein Zeichen von Toleranz und Offenheit eines Landes? So will es wohl gerne verstanden werden. Doch lügt sich da ein Land etwa in die eigene Faust? Erst vor wenigen Tagen noch, machte eine Schlagzeile in Österreich die Runde und zeigte eigentlich genau das Gegenteil auf. (Kein Pflegekind für lesbisches Paar in Niederösterreich – Quelle: derstandard.at)

Was denn jetzt? Ein erzkatholisches Land wie Österreich, Einerseits jenseits von Toleranz und im Ansatz Homophob und Andererseits will man sich offen zeigen und feiert einen Sieg von Conchita Wurst, als hätte das Land selbst ein europaweites Statement geliefert. Man möge mich bitte nun nicht falsch verstehen. Ich liebe mein Land und bin stolz darauf Österreicher zu sein – meistens – aber in Situationen wie diesen, bin ich mir nicht sicher, ob vielen überhaupt diese Zweigesichtsmentalität bewusst ist?!

Hassparolen gegen Conchita Wurst - Eurovision SongcontestPassend zum Erfolg beim ESC tauchen natürlich auch die entsprechenden Hassbeiträge auf Social Media Seiten auf und betiteln den Auftritt eines Travestiekünstlers für Österreich, welcher obendrein auch noch gewinnt, als die Peinlichkeit des letzten Jahrhunderts. Der geneigte Leser mag sich hierzu nun bitte eine eigene Meinung bilden, denn die Meinige würde den Rahmen sprengen und sich jenseits von einem Versuch der Neutralität und Sachlichkeit befinden.
Namen und Bild wurden bewusst unkenntlich gemacht. Der Inhalt des Beitrags soll hier Beachtung geschenkt werden und nicht dem Ersteller.

Wie fühlt sich nun der Österreicher wirklich? Ist er wirklich so tolerant wie er sich nach aussen hin gibt? Wird durch diesen Erfolg beim ESC tatsächlich ein Umdenken politisch und gesellschaftlich angestoßen?

 

Quellen:
    Alexander Manuel S.Red

    Mid 30’s Designer, Web developer & Project Manager, Writer, Pseudo-Journalist, Biker, Cat Lover, Constructional engineer, Apple Fanboy, Viennese – living in Vienna after 5 years living in Munich

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    Marc Tautschnig
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    Ich darf an dieser Stelle Herrn Waltz zitieren: „First Austrians are very polite. Second they don’t mean it.“ (dt. Erstens, Österreicher sind extrem höflich. Zweitens, sie meinen es (meistens) nicht so.) Im ersten Moment mag diese Aussage nicht sofort ins Schwarze treffen. Bei näherer Betrachtung spiegelt sie allerdings die so-typisch-österreichische Mentalität extrem gut wieder. Was ich damit meine? Ich würde unser Heimatland ja als „Land der Goldenen Mitte“ bezeichnen, aber so golden und rosig ist diese Mitte leider überhaupt nicht. Herr und Frau Österreicher, von der Politikerin bis hin zum alleinerziehenden Vater, eiert im Alltag nämlich nicht selten herum, um… Weiterlesen »