Gesundheits-Apps und ihre Wirkung
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Dafür gibt es bestimmt eine App

Der letzten Statistik nach besitzt ca. 2/3 der österreichischen Bevölkerung ein Smartphone. Jedes dieser Smartphones hat mindestens eine sogenannte App installiert. Ein Programm welches eine Funktion oder einen Zugriff ermöglicht. Umso jünger die befragten Menschen, desto höher wird der Anteil der Smartphone Nutzer. Parallel hierzu auch die Nutzung der Smartphones und der Apps. Egal für welchen Zweck, es gibt hierfür eine App.

Die dabei 4 beliebtesten Apps in Österreich sind Whats App, Bubble Witch Saga, Facebook Messenger und Snapchat. Neben Messenger Apps und Spielen landen in Österreich auch Online Shopping Apps unter den Top 10. In den letzten Jahren hat sich auch die Anzahl der Gesundheitsapps deutlich erhöht.

Eine Lebensverbesserung wird versprochen. Durch Schrittzähler, Schlafüberwachungen, Entspannungsmöglichkeiten, Kalorienzähler, Wasserglaszähler und vielem mehr. Die Nutzer versprechen sich dadurch einen Überblick über ihre Lebensweise und erhoffen sich diese damit zu verbessern. Der gesunde Lifestyle. Mehr trinken, gesünder ernähren, mehr Sport und besseren Schlaf. All dies sind Gegenmaßnahmen gegen die allgemein schlechter werdende Gesundheit der im Wohlstand lebenden Menschen.

Das Paradox der Datenspeicherung

Mittels Fitnessarmbänder werden die Schritte besser gezählt, der Puls und Herzschlag, sowie weitere persönliche Daten aufgenommen. Gewichtstabellen, Bauchumfänge und gegessene Mahlzeiten runden die digitale Gesundheitsakte ab. Es ist das Paradox der Gesellschaft. Einerseits werden höchst persönliche Gesundheitsdaten ohne weitere Bedenken im Internet gespeichert und stündlich aktualisiert. Hingegen Bedenken bezüglich der Datensicherheit in Social Media Plattformen laut geäußert.

Wir entscheiden uns täglich dafür gewisse Informationen im Internet zu speichern. Bilder über Urlaube und Freizeitaktivitäten, sowie die Namen unserer Kinder. Ebenso auch viele unserer persönlichen gesundheitlichen Daten. Die ELGA (Elektronische Gesundheitsakte) in Österreich verfolgt bereits seit längerer Zeit den Weg, alle gesundheitlichen Patientendaten zentral zu sammeln. Mittels verschiedener Berechtigungsstufen wäre es für den Arzt oder die Apotheke einfach gewisse Informationen über die E-Card abzurufen. Mehrfaches aufbereiten der selben Geschichte würde dadurch wegfallen und auch ein aufwendiges versenden und übermitteln von diversen Befunden fällt weg. Gleichzeitig wird seitens der Ärztekammer jedoch auf die Datensicherheit hingewiesen (Kritik der Ärztekammer gegenüber ELGA). Auch viele Menschen in Österreich haben starke Bedenken gegenüber der elektronischen zentralen Gesundheitsakte. Vom „gläsernen Menschen“ ist immer wieder die Rede.
Doch worin unterscheidet sich die freiwillige Speicherung der Daten, auch im Krankheitsfall wie zum Beispiel bei Diabetes, Migräne, epileptische Anfälle etc. zu der offiziellen zentralen Speicherung von Ärzten?

Im Zweifelsfall für die App

Werden Apps im gesundheitlichen Bereich verwendet, so verlassen sich viele bereits auf diese. Wenn die App darauf hinweist, dass man unruhig geschlafen hatte, dann muss es stimmen. Man fühlt sich „plötzlich“ auch den gesamten Tag matt und müde. Wäre dies auch der Fall, wenn man in der Morgenroutine die Schlafanalyse nicht betrachten würde? Aufgrund von historischen Aufzeichnungen und den aktuellen Wetterdaten warnt einem das Smartphone davor, dass der Tag ein erhöhtes Risiko für eine Migräne darstellt.

Apps wie „netdoktor.at“ bieten im Zweifelsfall auch Hilfestellung über das Internet dar. Angefangen vom angestoßenen großen Zeh, bis hin zum Verdacht des Herzinfarkts. Mittlerweile ist der Griff zum Handy für eine Diagnose einfacher, als der Weg zum Arzt. Der App und dem Internet wird mittlerweile großes Vertrauen entgegen gebracht. Einige Ärzte kennen die ersten Sätze der Patienten zur Genüge: „Im Internet habe ich gelesen, dass…“
Der Weg zur Selbstdiagnose ist einfacher geworden. Daraus resultieren auch Diskussionen mit Ärzten über den Behandlungsplan. Denn irgendwo im Internet stand, dass doch das Präparat A besser ist, als das Präparat B.

Doch nicht alle Gesundheitspartner sind gegen die technische Erneuerung. Es führt nachweislich auch dazu, dass Nutzer dadurch besser auf ihre Gesundheit Acht geben und ihren Lebensstil ändern. Durch die Speicherung der Daten kann das Bewusstsein für den eigenen Körper wieder geschult werden. Man erkennt unter Umständen besser wo die Schwächen sind, wo die Stärken und kann diese bewusst steuern. Doch jede Aufzeichnung und Speicherung von Daten birgt auch seine Risiken.

Quellen:
Alexander Manuel S.Red

Mid 30’s Designer, Web developer & Project Manager, Writer, Pseudo-Journalist, Biker, Cat Lover, Constructional engineer, Apple Fanboy, Viennese – living in Vienna after 5 years living in Munich

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