Quantität vor Qualität

Immer mehr „Skandale“ um Plagiate machen in den Medien die Runde und rücken so manchen Absolventen in ein ziemlich ungünstiges Licht. Doch wie es auch immer so ist, kann man nicht alle über einen Kamm scheren, der Großteil der Absolventen sind eigentlich ziemlich eifrige Schreiberlinge und sehr penibel im Umgang mit Zitaten, Quellennachweisen und Literaturnachweisen im Allgemeinen. Jeder der selbst einmal eine Abschluss-, Fach-, Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeit geschrieben hat, weiß, welche Arbeit hinter all den vielen Seiten steht. Eigentlich unabhängig davon ob man nun 20, 40 oder 100 Seiten produziert. Recherche Arbeit, Formatierung und all die „lästigen“ Teile einer solchen Arbeit bleiben immer die selben und auch beinahe im selben Ausmaß.

Und genau aus diesem Wissen und der Angst der Studierenden so etwas nie zu schaffen, wird Profit geschlagen mit sogenannten Ghost Writer Angeboten im großen WWW.

Gibt man den Suchbegriff „Bachelorarbeit Ghost Writer“ in der Suchmaschine des Vertrauens ein, springen einem bereits ca 6.700 Ergebnisse entgegen, wovon die ersten Seiten beinahe ausschließlich Ghost Writer Unternehmen sind, welche zu den unterschiedlichsten Preisen anbieten die Arbeit für den Studierenden zu schreiben.

Bachelorarbeit: Wieviel ist sie wirklich noch wert?

Wenn man sich nun vorstellt, dass einige der BA Arbeiten aus derartigen Unternehmen entstammen, so stellt sich die Frage wieviel diese Arbeit noch wert ist? Bachelorarbeiten werden im Allgemeinen weder in der hiesigen Fakultät Bibliothek, noch in der Nationalbibliothek aufbewahrt – wie es selbst bei Diplomarbeiten von HTL Maturanten der Fall ist – und erfordern auch keine entsprechende Aufbereitung, Bindung und Vervielfachung.

Dennoch sitzt der „brave“ Student viele viele Stunden an dieser Arbeit, muss sie zeitgerecht einreichen, lässt sie benoten und darf sie abschließend in einer Bachelorprüfung auch „verteidigen“. Spätestens hier ist für den „faulen“ Studenten wohl Schluss. Denn wie erklärt, verteidigt und präsentiert man eine Arbeit in die man weniger als ein paar Tage Arbeit investiert hat? Das persönliche Erlebnis und der innere Stolz eine derartige Arbeit fertig gestellt zu haben wird hierbei vollkommen außer Acht gelassen.

Der Preis ist heiß

Leistet man sich – aus welchen Gründen auch immer – nun also einen derartigen Ghost Writer für seine Arbeit, muss man allerdings auch ziemlich tief in die Tasche greifen. Es empfiehlt sich also, sollte man mit dem Gedanken spielen, bereits ab dem ersten Studientag dafür zu sparen und hoffen, dass man noch ein „einfaches“ Thema erarbeiten darf.

Für eine Arbeit im Umfang von 40 Seiten im Fach BWL mit einem Thema wie beispielsweise „Marktentwicklung in der Computerbranche“ belaufen sich die Kosten auf 2.600 bis rund 4.000 Euro.

Enthält die Arbeit eine statistische Datenauswertung, sind die Kosten entsprechend höher. Eine medizinische Arbeit im Umfang von 50 bis 60 Seiten schlägt mit etwa 4.500 bis 9.000 Euro zu Buche, wenn unserer akademischen Ghostwriter auch eine statistische Datenauswertung durchführen müssen. Ähnliches gilt für empirische Arbeiten in den Sozialwissenschaften. Eine etwa vierzigseitige Arbeit zu Thema „BMI und Karieshäufigkeit bei Schulkindern“ kostet Sie in etwa 3.000 bis 4.000 Euro.

Ein Zahlenbeispiel eines etwas seriöseren Anbieters – doch diese Seriosität will bezahlt werden. Doch immerhin wird hier auch garantiert, dass diese Arbeiten einer sehr strengen Plagiatsprüfung unterliegen und allen Überprüfungen der Fakultäten stand hält. (Persönliche Anmerkung: „Wie beruhigend…“)

Gehört man zu den „braven“ Absolventen und investiert statt des Geldes, seine eigene Zeit, so kann man sich abschließend sinnvolle Hilfe von diversen Formatierung- und Korrekturlesern und deren Angeboten holen. Diese Art von Dienstleistung ist entgegen der Ghost Writer Angebote vollkommen legal und wird oftmals auch lokal in der Nähe angeboten, sodass man sich mit dem „Lektor“ zusammen setzen kann. (Beispiel eines seriösen deutschen Anbieters: http://www.studierwerk.de/ )

Alles in Allem betrachtet ist es nur eine Frage des Geldes wieviel von einem „Selbst“ in einer derartigen Arbeit steckt. Doch sollte man diesbezüglich auch den nicht messbaren persönlichen Wert nicht vollkommen aus den Augen verlieren und sich selbst die Frage stellen, ob diese Art des Abschlusses auch verdient ist?! (Neben der Frage der Legalität)

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